Death Valley und Las Vegas. Eng und unheilbringend habe ich mir das Tal des Todes vorgestellt. Beeinflusst von einem Heimwehanfall stellte ich die Idee des Besuchs zuvor noch sehr in Frage. Doch der Nationalpark Death Valley liegt am Weg nach Las Vegas. Und tags darauf war ich auch schon wieder geheilt von der (Reise-)Müdigkeit…
Das Tal des Todes ist im Frühling noch mit etwas Grün gesegnet. Und eng ist es überhaupt nicht, sondern weit und riesig. Die „Mesquite Flat Sand Dunes“, der Salzsee „Badwater“ und der aussichtsreiche „Artist’s Drive“ sind beeindruckend.
Marmor, Kronleuchter, viel viel Geld, Alkohol und Tabak – aus diesen Zutaten scheint das üppige und bunte „Menü“ Las Vegas zu bestehen. Die in die Wüste gebaute Stadt leuchtet und blinkt – und kommt vor allem nachts nicht zur Ruhe. Die Dichte an Frauen mit imposanten Dekolletés und sehr kurzen Röcken (oder Hotpants) ist hoch.
Zu den Wasserspielen vor dem Hotel Bellagio ertönt laute Musik. Dazwischen Familien mit Kinderwägen, brummende Automotoren und Obdachlose, die in den grossen Abfallkübeln nach weggeworfenem Essen suchen. Von früh bis spät sind die Drehsessel bei den (Un-)Glücksspielen in den Casinos gut besetzt.
In unserer Hotelsuite fühlen wir uns aufgehoben, ja fast zu Hause. Wir verlassen sie nur um essen zu gehen und für den Besuch bei David Copperfield. Der scheinbar nicht alternde Zauberer gastiert mit seiner Show seit mehreren Jahren im Hotel MGM.
In der intimen Clubatmosphäre seines Theaters lässt David einen Zuschauer verschwinden, ein Auto und ein Motorrad auf der Bühne erscheinen und Taschentücher hüpfen. Die Tricks sind geschickt in die Geschichte seiner Kindheit eingebaut. Sein Vater soll ihm den Wunsch „Live the Impossible“ mit auf den Weg gegeben haben. Etwas pathetisch das ganze, aber überaus verblüffend und geheimnisvoll!