Dunedin und Otago-Halbinsel. Erhaben wie eine Burg beherrscht der Bahnhof in Dunedin das Stadtbild. In der Stadt, die etwa so viele Einwohner hat wie Winterthur, blieben wir über das Osterwochenende.


«Dun Edin» ist die alte schottische Bezeichnung für Edinburgh (das wir am Ende unsere Reise besuchen werden). Der Stadtname erinnert daran, dass es schottische Siedler waren, die sich anfangs des 19. Jahrhunderts an der Ostküste niederliessen und auf Maori trafen, die auf der Otago-Halbinsel lebten.
Dank Goldfunden in der Gegend wurde Dunedin zur reichsten Siedlung Neuseelands. Das historische Stadtzentrum ist gut erhalten:

Neben der Railway Station befinden sich die Law Courts.

St. Paul’s Anglican Cathedral

Townhall by night

Auf dem Octagon, dem zentralen Platz, steht ein Denkmal des berühmten schottischen Dichters Robert Burns, der jedoch nie in Neuseeland war. Burns Neffe Thomas zählt zu den Stadtgründern von Dunedin.
Hier ist auch die älteste Uni des Landes. So trafen wir auf viele junge Studierende, lässige Cafés und einen bunten Samstagsmarkt mit Produkten aus der Region.

«Bia-tscha Mju-sli» im Good Oil Café. Ralph machte sich einen Spass daraus, der Kellnerin zu erklären, wie wir in der Schweiz «Birchermüesli» aussprechen. Wir ernteten leider nur ein verständnisloses, aber freundliches Lächeln…

Der Markt ist ein gesellschaftlicher Anlass: Die Leute stehen in Gruppen zusammen, unterhalten sich, hören der Musik zu, die live gespielt wird und essen die feinen Marktwaren, die angeboten werden.
Am Karfreitag fuhren wir der Küste entlang Richtung Norden, um die magischen Steine zu besuchen. Sie werden Boulders genannt und befinden sich in Moeraki. Die übermässig grossen und von Rissen durchzogenen Kugeln liegen im Sand, als wären sie soeben von einem Riesen hingerollt worden. Ihre Entstehung ist nicht restlos geklärt und das, was man weiss, ist für mich als Nicht-Naturwissenschaftlerin zu kompliziert. Ein Wunder eben!



Geplatzte Steine erlauben einen Blick ins geschichtete Innere.
Die Prinzessin in mir frohlockte, als sie las, dass das einzige Schloss Neuseelands in der Nähe von Dunedin steht. Und sie strahlte, als sie vernahm, dass dort ein High Tea serviert wird!
Das Larnach Castle liegt auf der Otago-Halbinsel. Es wurde 1871 von einem reichen Bankier und Politiker für dessen Frau erbaut. Ein grosser Garten umgibt das Gebäude. Unglaublich, dass offenbar 81 Prozent der Pflanzen in Neuseeland nur hier und nirgends sonst auf der Welt vorkommen! Dank der isolierten Lage dieser beiden Inseln ist das so.

Nach der Besichtigung des in dunklen Farbtönen gehaltenen Schlossinnern nahmen wir im Ballsaal am weiss gedeckten Tisch Platz für den High Tea.

Fehlt nur noch das mit Diamanten besetzte Diadem im Haar…
Der letzte Tag unseres Aufenthalts in der Region Otago galt dem Besuch der Tiere auf der gleichnamigen Halbinsel.
In dieser Bucht leben Gelbaugenpinguine. Leider sind wir ihnen nicht begegnet.
Dafür hatten wir im Royal Albatross Centre Gelegenheit, unter kundiger Führung einer Mitarbeiterin des Centers und aus sicherer Distanz ein Albatrossweibchen beim Füttern ihres Jungen zu beobachten.
Beobachtungen sind nur von speziellen Häuschen aus möglich. Das Junge rechts im Bild machte aufgeregt auf sich aufmerksam, um auch etwas in den Magen zu bekommen.
Am Ostersonntag verliessen wir Dunedin in Richtung Westküste.
wow, so schön diese Bilder und authentischen Berichte, reise gerade nochmals etwas mit und lasse alte Erinnerungen aufleben….
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Ja, das finde ich auch: die Bilder sind fantastisch und deine Berichte interessant und lustig zu lesen – ich bin immer gespannt auf die Fortsetzung und freue mich darauf ein bisschen mitreisen zu dürfen 🙂 !
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